Die türkische Staatsbürgerschaft bringt weitreichende Rechte wie das Wahlrecht, Reiseerleichterungen mit dem türkischen Reisepass, volle Freiheit beim Immobilienerwerb und die Freiheit, ohne Arbeitserlaubnis zu arbeiten oder ein Unternehmen zu gründen. Die Türkei erlaubt Mehrstaatlichkeit, sodass Sie Ihre bisherige Staatsbürgerschaft behalten können, sofern Ihr eigenes Land dies ebenfalls zulässt. Neben diesen Rechten entstehen auch Pflichten wie der Wehrdienst (für Männer, mit altersabhängigen Ausnahmen) und die Steuerpflicht.
Die Staatsbürgerschaft ist ein Anfang
Der Erwerb der türkischen Staatsbürgerschaft ist eine bedeutende Errungenschaft nach einem langen Verfahren. Doch die Staatsbürgerschaft ist nicht das Ende des Verfahrens, sondern der Beginn einer neuen Lebensphase in der Türkei. Die an den Ausländerstatus geknüpften Genehmigungen, Beschränkungen und Verlängerungskalender enden; an ihre Stelle tritt ein dauerhaftes Ganzes aus Rechten und Pflichten.
Es ist wichtig, diesen Übergang bewusst zu erleben. Denn neben den mit der Staatsbürgerschaft gewonnenen Rechten entstehen auch Verantwortlichkeiten — und diese von Anfang an zu kennen, ist der Schlüssel dazu, später nicht überrascht zu werden. Für den allgemeinen Rahmen, auf welchem Weg die Staatsbürgerschaft erworben wird: 5 Wege zur türkischen Staatsbürgerschaft.
Die grundlegenden erworbenen Rechte
Ein türkischer Staatsbürger genießt alle verfassungsmäßig türkischen Staatsbürgern zuerkannten Grundrechte. Die wichtigsten Rechte:
- Das Wahl- und Wählbarkeitsrecht: die Teilnahme an Wahlen und, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, die eigene Kandidatur.
- Voller Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen: die Nutzung von Gesundheits-, Bildungs- und Sozialversicherungssystemen als Staatsbürger.
- Soziale Sicherheit: Zugang zu Gesundheits- und Rentenansprüchen im Rahmen der SGK mit Staatsbürgerstatus.
- Erb- und Eigentumsrechte: Immobilienerwerb und Erbschaftsangelegenheiten ohne die für Ausländer geltenden Beschränkungen.
Diese Rechte sind im Vergleich zu den im Ausländerstatus genutzten Rechten deutlich weiter gefasst und dauerhafter, denn sie sind nicht mehr an eine Genehmigung oder eine Frist gebunden.
Der türkische Reisepass und das Reisen
Eines der greifbarsten Ergebnisse der Staatsbürgerschaft ist der türkische Reisepass. Der türkische Reisepass ermöglicht die visumfreie oder visumerleichterte Einreise in zahlreiche Länder; dies ist besonders für Personen, die international geschäftlich tätig sind oder häufig reisen, ein bedeutender Vorteil.
Die Reiseerleichterung, die der Reisepass bietet, unterscheidet sich von Land zu Land und wird gemäß internationalen Abkommen von Zeit zu Zeit aktualisiert. Deshalb sollte bei geplanten Reisen in ein bestimmtes Land dessen aktuelles Visaregime separat geprüft werden. Dennoch bleibt der türkische Reisepass für viele Ausländer einer der attraktivsten Aspekte der Staatsbürgerschaft im Hinblick auf globale Bewegungsfreiheit.
Eigentum, Unternehmen und Arbeitsfreiheit
Im Ausländerstatus bestehen Beschränkungen wie “geschlossene Wohnviertel” beim Immobilienerwerb sowie eine Arbeitserlaubnispflicht bei der Beschäftigung. Mit der Staatsbürgerschaft entfallen diese Beschränkungen weitgehend:
- Arbeitsfreiheit: Sie können nun ohne Arbeitserlaubnis arbeiten oder ein Unternehmen gründen, genau wie ein türkischer Staatsbürger.
- Freiheit zur Unternehmensgründung: die für Ausländer geltenden zusätzlichen Kriterien bei Unternehmensgründung und Beteiligung entfallen.
- Immobilienerwerb: die für Ausländer geltenden Erwerbsbeschränkungen enden.
Diese Freiheiten machen die Staatsbürgerschaft nicht mehr nur zu einer Frage der Identität, sondern zu einem Bereich wirtschaftlicher Freiheit. Für die Details des Investitionswegs zur Staatsbürgerschaft: Türkische Staatsbürgerschaft durch Investition.
Doppelte Staatsbürgerschaft und Kinder
Die Türkei erlaubt Mehrstaatlichkeit. Das heißt, von türkischer Seite müssen Sie beim Erwerb der türkischen Staatsbürgerschaft nicht auf Ihre bisherige Staatsbürgerschaft verzichten. Entscheidend hierbei ist jedoch die zweite Seite — Ihr eigenes Land: manche Länder erlauben keine doppelte Staatsbürgerschaft oder verlangen eine Meldung bzw. einen Verzicht. Deshalb ist es unerlässlich, auch die Regeln des eigenen Landes zu prüfen.
Bei Kindern gilt das Abstammungsprinzip: Ein Kind, das von einer türkischen Mutter oder einem türkischen Vater geboren wird, erwirbt mit der Geburt die türkische Staatsbürgerschaft. Nach dem Erwerb der Staatsbürgerschaft geborene Kinder fallen unter diesen Rahmen, während für zuvor geborene Kinder die Lage je nach Voraussetzungen gesondert bewertet wird. Zur Blauen Karte, die die anerkannten Rechte von Personen bewahrt, die ihre türkische Staatsbürgerschaft verlieren: Blaue Karte.
Neben den Rechten: die Pflichten
Die Staatsbürgerschaft bedeutet nicht nur Rechte, sondern auch Verantwortung. Die wichtigsten Pflichten, die man von Anfang an kennen sollte:
- Wehrdienst: für männliche türkische Staatsbürger ist der Wehrdienst eine Pflicht. Bei später eingebürgerten Personen können altersabhängige und situationsbedingte Ausnahmen greifen — dies ist eine Frage, die im Einzelfall bewertet werden muss.
- Steuerpflicht: als Staatsbürger entstehen Steuerpflichten hinsichtlich Einkommen und Vermögen in der Türkei.
- Unterstellung unter türkisches Recht: ein türkischer Staatsbürger unterliegt mit allen Rechten und Pflichten vollständig dem türkischen Recht.
Insbesondere die Themen Wehrdienst und doppelte Staatsbürgerschaft werfen bei später Eingebürgerten die meisten Fragen auf. Diese Themen bereits im Antragsstadium — vor dem Erwerb der Staatsbürgerschaft — zu kennen, ist wertvoll, um später keine unerwarteten Pflichten zu erleben. Das Verfahren vor und nach der Staatsbürgerschaft richtig zu strukturieren und die Dokumente zu koordinieren, ist unsere Aufgabe. Details: Beratung zur Staatsbürgerschaft.